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Galápagos-Inseln
Die Galápagos-Inseln (spanisch Islas Galápagos, offiziell Archipiélago de Colón, „Kolumbusarchipel“) liegen im Pazifischen Ozean, rund 1000 km westlich des südamerikanischen Staates Ecuador, zu dem sie gehören.
Galápago (spanisch u. a. für Wulstsattel) bezieht sich auf eine der beiden vorherrschenden Schildkrötenarten, deren Panzer wie ein Sattel aussieht.
Die Inselgruppe besteht aus 14 größeren Inseln (Isabela, Santa Cruz, San Salvador (Santiago, James), Fernandina, San Cristóbal, Floreana (Santa Maria), Marchena, Española, Pinta, Santa Fe, Genovesa, Pinzón, Darwin und Wolf) und über 100 kleineren bis winzigen Inseln.
Auf den Inseln leben offiziell 19.184 Einwohner (2006). Fünf Inseln sind besiedelt: Santa Cruz (ca. 15.000 Einwohner), San Cristóbal (ca. 5.600), Isabela (ca. 950), Floreana (Santa Maria) (ca. 100) und Baltra (Seymour Sur), wo sich aber einzig der Hauptflughafen des Archipels befindet.
Geschichte
Die Galapagosinseln wurden am 10. März 1535 zufällig von Spaniern entdeckt. Tomás de Berlanga, der damalige Bischof von Panama, kam mit seinen Leuten auf dem Weg nach Peru vom Kurs ab und strandete an einer der Vulkaninseln. Mehrere Tage verbrachten sie dort und suchten nach Trinkwasser. Zehn Pferde und zwei Spanier verdursteten. Die restlichen tranken den Saft der Kakteen und erbeuteten Robben und Riesenschildkröten. In einer Schlucht fanden sie schließlich ausreichend Trinkwasser für die Heimfahrt.
Die Inselgruppe wurde zunächst als Islas Encantadas („Verzauberte Inseln“) bezeichnet, da niemand so weit draußen im Ozean noch Inseln vermutet hätte, und starke Strömungen in und um die Inseln herum bei den Seefahrern leicht den Eindruck erwecken konnten, die Inseln selbst änderten immer wieder ihre Lage. Im 17. Jahrhundert waren die Inseln Verstecke und Fluchtorte für Seeräuber – darunter John Cook oder William Cowley – die meist die Goldschiffe der Spanier aus Mexiko überfielen.
Im 19. Jahrhundert benannte man die Inseln nach den dort vorkommenden Riesenschildkröten in Galápagos um. Am 12. Februar 1832 nahm General José María Villamil die Inseln für Ecuador in Besitz. Er nannte die Inseln Archipiélago del Ecuador und es begann die erste dauerhafte Besiedlung der Inseln. Zuvor waren die Inseln im Besitz der Spanier, die jedoch kein Interesse an ihnen zeigten. 1835 besuchte Charles Darwin die Inseln. 1892 wurden die Galapagosinseln zu Ehren von Christoph Kolumbus in Archipiélago de Colón umbenannt.
1953 entdeckte der norwegische Archäologe Thor Heyerdahl Reste früherer Niederlassungen auf Santa Cruz und Floreana (Santa Maria), die aber auch von früheren europäischen Seefahrern bei Zwischenlandungen stammen könnten. Viele Inseln, wie Floreana oder Isabela, waren von 1934 bis 1959 Strafkolonien.
1959 erklärte die ecuadorianische Regierung die Galapagosinseln zum Nationalpark Galápagos. 1968 waren 97 Prozent der Landfläche unter Schutz des Nationalparks gestellt, und die Siedlungen und bisher landwirtschaftliche Flächen erhielten Bestandsschutz. Seit 1978 stehen die Inseln auf der UNESCO-Liste des Weltnaturerbes. 1996 kam es zur Ausrufung des Marine-Reservats Galapagos durch das Instituto Ecuatoriano Forestal de Areas Naturales y Vida Silvestre. 1998 wurde der Schutz des Marine-Reservats Galapagos durch den Nationalpark Galapagos gesetzlich verankert. 2001 wurde das Weltnaturerbegebiet um das Marine-Reservat erweitert. Seit 2007 wird das Naturerbe von der UNESCO als gefährdet eingestuft und auf der roten Liste geführt.
Naturgeschichte
Die Galapagosinseln sind vulkanischen Ursprungs. Die tektonische Platte (Nasca-Platte), auf der die Inseln liegen, bewegt sich über einer Magmakammer, die auch heute noch vulkanische Aktivität auf den Inseln Isabela und Fernandina bewirkt (sogenannte Hot-Spot-Theorie). Auf der Insel Fernandina brach deren Vulkan Cumbre zuletzt im Mai 2005 aus.
Obwohl die Inseln in der Nähe des Äquators liegen, ist das Klima aufgrund des mit 20 Grad Celsius relativ kühlen Meerwassers (vom Humboldtstrom und von aufsteigendem Tiefenwasser) eher gemäßigt. Dieses nährstoffreiche Tiefenwasser wiederum ist verantwortlich für den Artenreichtum rund um den Archipel.
Die Galapagosinseln kennen eine Regenzeit, die mit einem Gipfel im April von Januar bis Juni dauert. Das übrige Jahr über fällt fast kein Niederschlag.
In sogenannten El-Niño-Jahren verändern sich sowohl die Meeresströmungen als auch die Niederschlagsmengen. Das ausbleibende Tiefenwasser dezimiert alle auf das Meer angewiesenen Arten, während die hohen Regenmengen ein überdurchschnittliches Pflanzenwachstum und einen daraus folgenden Tierreichtum auf den Inseln zur Folge haben.
Aufgrund ihrer Entfernung von anderen Landmassen zeichnen sich die Galapagosinseln durch eine Vielzahl endemischer Tier- und Pflanzenarten aus. Die Einführung fremder Arten, sowie die Jagd haben im 19. Jahrhundert viele dieser einzigartigen Tierarten (z. B. die Galapagos-Riesenschildkröte) fast zum Aussterben gebracht.
1999 verursachte ein besonders heftiger El Niño ein fast totales Korallensterben, sowie die Vernichtung von ca.60% der Pinguin-Population. Siehe dazu den Hintergrund der Taucherin, aufgenommen bei der Insel Genovesa.
Charles Darwin und die Galapagosinseln
Die Galapagosinseln sind insbesondere durch Charles Darwin bekannt geworden, dessen Evolutionstheorie dort eine Reihe von Anstößen erhielt.
Heute bieten die Galapagosinseln ein ideales Freilandlabor zur Beobachtung der Evolution. Insbesondere die Arbeiten von Rosemary und Peter Grant über einige Arten der Darwinfinken gelten als bahnbrechend. Auf einigen der kleinen Inseln war es ihnen möglich, über mehr als 20 Jahre hinweg jedes der bis zu 2.000 Individuen der dort lebenden Finken durch Beringen zu verfolgen. Entgegen ihren Erwartungen (und denen der übrigen Fachwelt) konnten sie den Einfluss der natürlichen Selektion auf die Finkenpopulationen in diesem kurzen Zeitraum nachweisen.
Nachhaltigkeit
Nach der Ausrufung des Nationalparks und der Gründung der Charles-Darwin-Forschungsstation geraten die Inseln immer mehr in den Blickpunkt von Tourismus und Fischerei-Wirtschaft. Die Inseln haben sich mittlerweile von einem Traumziel für Biologen zu einem boomenden Wirtschaftsraum entwickelt, in dem ökonomische Interessen gegen ökologische abgewogen werden müssen. Zum einen bietet die Inselwelt der Galapagos ein einmaliges Erlebnis der nur hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten, sodass mittlerweile ca. 80.000 Touristen jährlich (2003) das Archipel besuchen. Weiterhin bietet das Meeresgebiet rund um die Inseln einen großen Fischreichtum. Besonders gefragt sind Haifisch-Flossen und Seegurken. Der Fang von Seegurken ist unter Auflagen erlaubt, der Fang von Haifischen dagegen verboten. Allgemein ist der Fischfang im Marine-Reservat Galápagos nur unter Auflagen erlaubt, wobei für bestimmte Arten spezielle Bestimmungen und Auflagen gelten. Auf den Galapagosinseln kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Naturschützern und Fischern, die sich durch die Auflagen behindert fühlen. Im März des Jahres 2004 kam es wieder zu Unruhen; im Juni desselben Jahres wurden dann die Charles-Darwin-Station und die Nationalparkverwaltung für zwei Wochen blockiert. In der Folge wurde nicht wie in Nachhaltigkeitsuntersuchungen gefordert die Quote gesenkt. In der folgenden Fangsaison im Herbst 2004 wurde dann die Quote bei weitem nicht ausgeschöpft. Das lässt vermuten, dass die Bestände stark abgenommen haben und eine nachhaltige Reproduktion zur Zeit nicht stattfindet.
Im April 2007 zieht die Regierung Ecuadors die Notbremse und erklärt per Dekret die abgelegenen Inseln mit der einzigartigen Fauna und Flora zu einem ökologischen Risikogebiet. Tourismus, Luftfahrt und Ansiedlung werden künftig eingeschränkt. Ecuador wollte damit möglichen Maßnahmen der UNESCO zuvor kommen, die früher wiederholt damit gedroht hatte, der Inselgruppe im Pazifischen Ozean den vor drei Jahrzehnten verliehenen Status als Welterbe der Natur abzuerkennen. Im Juni 2007 setzte die UNESCO die Inseln auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes.
Fauna
Auf den Inseln und um die Inseln herum herrscht ein großer Artenreichtum. Viele Arten, die nur auf den Galapagosinseln heimisch sind (rund 40 Prozent), wurden auch nach ihnen benannt. Die meisten von ihnen kommen dort endemisch vor, das heißt nirgendwo anders auf der Erde. Einige der auf den Galapagosinseln lebenden lebenden Tiere sind:
* Säugetiere
o Galapagos-Seelöwe (Zalophus californianus wollebakei)
o Galapagos-Seebär (Arctocephalus galapagoensis) (end.)
o Mähnenrobbe (Otaria flavescens)
o Galapagos-Reisratten (Nesoryzomys) (end.)
o Haarschwanzfledermäuse (Lasiurus), 2 Arten
* Vögel, 149 Arten (incl. Zugvögel, ohne nur selten anzutreffende Arten)
o Bahamaente (Anas bahamensis)
o Blauflügelente (Anas discors)
o Kleiner Mangrovekuckuck (Coccyzus melacoryphus)
o Glattschnabelani (Crotophaga ani) Neozoon
o Schleiereule (Tyto alba)
o Sumpfohreule (Asio flammeus)
o Falkennachtschwalbe (Chordeiles minor)
o Galápagos-Taube (Zenaida galapagoensis)
o Galapagosralle (Laterallus spilonotus)
o Goldschnabel-Sumpfhuhn (Neocrex erythrops)
o Teichralle (Gallinula chloropus)
o Numenius hudsonicus
o Großer Gelbschenkel (Tringa melanoleuca)
o Kleiner Gelbschenkel (Tringa flavipes)
o Drosseluferläufer (Tringa macularia)
o Wanderwasserläufer (Tringa incana)
o Schlammtreter (Catoptrophorus semipalmatus)
o Steinwälzer (Arenaria interpres)
o Kleiner Schlammläufer (Limnodromus griseus)
o Sanderling (Calidris alba)
o Wiesenstrandläufer (Calidris minutilla)
o Wilsonwassertreter (Phalaropus tricolor)
o Odinshühnchen (Phalaropus lobatus)
o Thorshühnchen (Phalaropus fulicaria)
o Braunmantel-Austernfischer (Haematopus palliatus)
o Schwarznacken-Stelzenläufer (Himantopus mexicanus)
o Kiebitzregenpfeifer (Pluvialis squatarola)
o Amerikanischer Sandregenpfeifer (Charadrius semipalmatus)
o Lavamöwe (Larus fuliginosus) (end.)
o Aztekenmöwe (Larus atricilla)
o Franklinmöwe (Larus pipixcan)
o Gabelschwanzmöwe (Creagrus furcatus) (end.)
o Königsseeschwalbe (Sterna maxima)
o Flußseeschwalbe (Sterna hirundo)
o Noddiseeschwalbe (Anous stolidus)
o Feenseeschwalbe (Gygis alba)
o Fischadler (Pandion haliaetus)
o Galapagosbussard (Buteo galapagoensis)
o Wanderfalke (Falco peregrinus)
o Bindentaucher (Podilymbus podiceps)
o Rotschnabel-Tropikvogel (Phaeton aethereus)
o Rotschwanz-Tropikvogel (Phaethon rubricauda)
o Blaufußtölpel (Sula nebouxii)
o Nazca-Tölpel (Sula granti)
o Rotfußtölpel (Sula sula websteri)
o Galapagosscharbe (Phalacrocorax harrisi) (end.)
o Krabbenreiher (Nyctinassa violacea)
o Kanadareiher (Ardea herodias)
o Silberreiher (Ardea alba)
o Kuhreiher (Bubulcus ibis)
o Mangrovereiher (Butorides striatus)
o Lavareiher (Butorides sundevalli) (end.)
o Rosaflamingo (Phoenicopterus roseus)
o Brauner Pelikan (Pelecanus occidentalis)
o Prachtfregattvogel (Fregata magnificens)
o Bindenfregattvogel (Fregata minor)
o Galápagos-Pinguin (Spheniscus mendiculus) (end.)
o Hawaiisturmvogel (Pterodroma phaeopygia)
o Galapagosalbatros (Phoebastria irrorata) (end.)
o Galapagoswellenläufer (Oceanodroma tethys)
o Madeirawellenläufer (Oceanodroma castro)
o Rubintyrann (Pyrocephalus rubinus)
o Galapagosschopftyrann (Myiarchus magnirostris) (end.)
o Galapagosspottdrosseln (Nesomimus), 4 Arten, (end.)
o Gabelschwalbe (Progne modesta)
o Rauchschwalbe (Hirundo rustica)
o Goldwaldsänger (Dendroica petechia)
o Darwinfinken (Geospizinae), 13 Arten, (end.)
o Reisstärling (Dolichonyx oryzivorus)
* Reptilien
o Galápagos-Riesenschildkröte (Geochelone nigra) (end.)
o Meerechse (Amblyrhynchus cristatus) (end.)
o Galapagos-Landleguane (Conolophus), 2 Arten, (end.)
o Lavaechsen (Microlophus), 7 Arten
o Geckos (Phyllodactylus), 6 Arten
o Schlanknattern (Alsophis), 2 Arten
* Wirbellose Tiere
o Galapagos-Holzbiene (Xylocopa darwinii)
o Käfer, ca. 200 Arten
o Ameisen, ca. 20 Arten
o Galapagos Skorpion (Hadruroides maculatus galapagoensis)
o Rote Klippenkrabbe (Grapsus grapsus)
o Galapagos-Winkerkrabbe (Uca helleri)
o Galapagos-Hundertfüßer (Scolopendra galapagoensis)
o Landschnecken (Bulimulus), ca. 60 Arten
Flora
Einige der Eilande sind nicht bewaldet. Charakteristisch für die Inselgruppe ist, dass es wegen der Holzbiene, die dort als einzige Bienenart zu finden ist, ausschließlich gelb gefärbte Blüten gibt.
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